„Brainteaser sind halt total dumm“ | Brainteaser

Immer und immer wieder bekommt man diese Fragen von stolzen Personalern glänzenden Auges vorgelegt: Wie viele Tennisbälle gehen in einen Jumbo-Jet? Welche zehn Sachen kann man mit einer Kreditkarte machen? Oder was-weiß-ich für eine andere Frage. An sich gehen wir ja immer sehr ressourcenorientiert mit Personen und Meinungen um. Man muss aber auch mal sagen, wenn etwas schlicht falsch ist. Und hier schreiben wir es einmal eindeutig und in Großbuchstaben: BRAINTEASER SIND SINNLOS.

Meinung vs. Fakten

Und ganz wichtig dazu: das ist nicht unsere persönliche Meinung, sondern eine Tatsache, die durch viele Studien gestützt wird. Warum ist das so? In Bewerbungsgesprächen hat man nicht besonders viel Zeit. Klassischerweise ist der Redeanteil unerfahrener oder ungeschulter Personalverantwortlicher viel höher als  derjenige der Bewerber. Man muss aber in kurzer Zeit rausfinden, ob man zueinander passt. Dabei spielen Sympathie und Gefühl ganz bestimmt eine sehr große Rolle.

Tragfähig wird das Ganze aber nur, wenn man dafür anforderungsbezogene Fragen stellt und sich nicht mit irgendwelchen Scherzfragen abgibt. Brainteaser sind klassisch-schlechte Fragen. Denn es gibt sehr viele mögliche gute und ebenso viele mögliche schlechte Antworten. Ob eine Antwort aber gut oder schlecht ist, unterliegt ganz der Willkür des Beurteilers. Diese bringen immer wieder die selben Behauptungen vor: „Wenn ich diese Fragen einem Bewerber stelle, merke ich in 2 Minuten, ob der gut ist oder nicht, ob er kreativ ist, ob er Humor hat,…“ Blablabla. Diese Behauptungen sind alle bekannt – und falsch.

Warum keine Fragen aus dem wirklichen Leben?

Auch die Behauptung Brainteaser eigneten sich besonders gut dafür zu sehen, wie sich Leute in unvorhergesehenen Situationen verhalten, ist unsinnig. Warum sollte man die Bewerber nicht einfach mit einer unvorhergesehenen Frage konfrontieren, die im täglichen Leben vorkommen könnte. Würde eine gute Antwort darauf nicht sehr viel mehr aussagen als die Beantwortung irgendeiner Scherzfrage?

Sie sind anderer Meinung als wir? Dann kontaktieren Sie uns? Wir gehen gerne in die Diskussion – und wissen, dass es weitaus bessere Methoden für die Personalauswahl gibt. Wir wissen auch, dass viele Startups gerne Brainteaser verwenden. Das möchten wir auch niemanden vorwerfen. Aber wir können gerne und geduldig erklären, wie und warum man es anders machen kann 😉

P.S.: Übrigens: das Zitat in der Überschrift stammt aus einem Artikel, in dem Prof. Dr. Claas Triebel von t3n zum Thema befragt wurde. Den Artikel finden Sie hier

P.P.S.: Ein kleiner Fehler hat sich in den Artikel bei t3n eingeschlichen – Google verwendet ausdrücklich keine Brainteaser. Denn diese seien, so haben sie herausgefunden „a complete waste of time“