Liebling, jetzt haben wir eine Riesenfirma! | Gazellen

Die Arbeit mit Startups und schnell wachsenden Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Schwerpunkt der Arbeit von PerformPartner entwickelt. Neben unsere Kunden wie Stylight, RCP, Arithnea, agnion technologies und vielen anderen, sind wir immer auch im Gespräch mit vielen Unternehmen, die an der Schwelle zwischen Startup und etablierter Firma stehen. In diesem Feld haben wir auch zahlreiche Bachelor- und Masterarbeiten betreut, in denen Studierende Fragestellungen zusammen mit Gazellenunternehmen bearbeitet haben.

Prof. Dr. Claas Triebel hat zu dem Thema aktuell einen Gastbeitrag für t3n geschrieben, in dem auch die CEOs von Stylight und RCP zu Wort kommen.

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Die Wachstumsschmerzen der Gazellen

Einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums zu Folge sind zwischen 1995 und 2010 Deutschland etwa 13.000 schnell wachsende Unternehmen entstanden. Diese so genannten Gazellenunternehmen haben eine besondere Relevanz für die Wirtschaft. Sie schufen 1,35 Mio. Arbeitsplätze, also beinahe 4% der in Deutschland sozialversicherten Beschäftigten. Sie sind Motor für technologische und auch soziale Innovationen. Denn junge schnell wachsende Unternehmen müssen sich zwar den Regeln des Marktes unterwerfen, begegnen diesen aber immer wieder auf neue und andere Art als dies etablierte Konzerne oder KMUs zu tun pflegen.

Ein Gazellenunternehmen, das die Startup-Phase hinter sich gelassen hat, hat häufig ganz spezifische Wachstumsschmerzen.

Wie läuft so etwas ab? Eine kleine Gründungsgeschichte: Anfangs gab es da ein Gründerteam, bestehend aus der drei guten Freunden, die eine Geschäftsidee ausprobieren wollten. Zur Überraschung aller ist es gut gelaufen. Eine GmbH wurde gegründet. Man hat ein paar Freunde, dazu geholt, man war zu siebt, hatte eine tolle Zeit, dann kamen Freunde von Freunden dazu, Praktikanten, Leute, die man noch lose von der Uni her kannte – und so wuchs das kleine Unternehmen erst auf 10, dann auf 20 und plötzlich auf 30 Mitarbeiter/innen an. Größere Büroräume wurden gemietet. An den Wochenenden ging das Team gemeinsam in den Biergarten oder zum Skifahren. Plötzlich jedoch legte das Unternehmen noch einen einen Wachstumssprung hin – einen Gazellensprung, mit dem es innerhalb von neun Monaten 40 neue Mitarbeiter/innen einstellen musste.

Plötzlich ist alles nicht mehr wie es einmal war: ein noch größeres Büro muss angemietet werden. Die Zeit des ersten Aufbruchs ist vorbei. Aus den Gründern werden Chefs eines Unternehmens – sie sollen es zumindest werden. Das erwartet man von ihnen. Doch wer erwartet das? Die Kunden? Die Mitarbeiter/innen? Sie selber? Das Gazellenunternehmen tritt noch einmal in eine ganz neue Phase ein.

Wie sehen typische Aufgabenstellung für schnell wachsende Unternehmen aus?

Ein paar Beispiele:

  • Die Bedürfnisse der Belegschaft ändern sich. Ging es früher darum das gemeinsame Skiwochenende mit zu planen, spielen plötzlich in den Gesprächen Themen wie Elternzeit oder Altersvorsorge eine Rolle.
  • Alle haben im Startup angefangen, weil es da keine oder wenige Hierarchien gab. Aber plötzlich entsteht das Bedürfnis nach einer Gehaltsstruktur. Aber wie soll diese aufgebaut sein? Verliert man durch eine konventionelle Struktur eventuell all das, was die meisten dazu getrieben hat im Unternehmen mitzuarbeiten?
  • Soll das Unternehmen immer weiter wachsen? Und wenn ja, wie soll es dann aussehen? Die Frage nach den gemeinsamen Werten spielt eine Rolle – welche Werte verfolgt das Gründerteam und wie können diese Werte in allen Verästelungen des Unternehmens umgesetzt werden?
  • Personalauswahl erfolgte bislang immer nach Bauchgefühl und Nase. Da wurden Leute eingestellt, die jemand kennt, den man kennt. Das lief auch gut. Aber kann das auch in Zukunft noch so laufen? Wahrscheinlich nicht? Wie kann sich ein schnell wachsendes Unternehmen aber ein Recruiting-System zulegen ohne alles neu lernen zu müssen, sondern die bisherigen Erfahrungen einbringen zu können.
  • Was können die Mitarbeiter/innen eigentlich? Was sind ihre Kompetenzen? Und welche Kompetenzen werden in Zukunft gebraucht?

Mit Lösungen von der Stange sind Gazellen meist schlecht beraten. Im Zentrum der Überlegungen sollte immer die Frage stehen: wie kann das jeweilige Unternehmen eine gute, skalierbare Lösung finden, die es dem Gründerteam und den Mitarbeiter/innen ermöglichst das Beste aus der Startup-Phase mitzunehmen und für die nächsten Schritte zu bewahren.

PerformPartner hat hierzu bereits häufig gearbeitet – es ist eine der spannendsten Aufgaben, die wir kennen!